🚀 KI-News vom 13. Oktober 2025

1) Google führt KI‑Modus in der Suche in Deutschland & Europa ein

Google bringt seinen sogenannten KI‑Modus („AI Mode“) in mehr als 40 Ländern, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz. In dieser Ansicht steigt der KI‑Antwortblock stärker in den Vordergrund, mit tiefergehenden Antworten, dynamischen Erklärungen und mehreren Interaktionen anstelle einer reinen Liste von Links.
Der KI‑Modus nutzt die fortgeschrittene Version von Gemini 2.5, um auch komplexere Suchanfragen Schritt für Schritt zu beantworten, inklusive Verlinkungen zu Quellen und Zusatzinformationen.
Für Nutzer*innen in DACH kann das bedeuten, dass klassische SEO‑Strategien und Klickzahlen für Websites unter Druck geraten: Wenn die KI die Antwort schon liefert, sinkt das Interesse an weiterem Durchklicken – besonders bei Content‑Anbietern und kleinen Betrieben, die stark vom Traffic leben.

2) EU startet „Apply AI“: 1 Mrd. Euro für KI‑Adoption in Schlüsselbranchen

Die EU‑Kommission hat eine neue Strategie aufgelegt, um KI stärker in Sektoren wie Gesundheit, Energie, Fertigung, Automobil und Pharma voranzubringen – mit rund 1 Milliarde Euro Fördergeldern sowie Netzwerk‑ und Infrastrukturmaßnahmen.
Ziel ist es, Europas technologische Souveränität zu stärken und die Abhängigkeit von US‑ oder chinesischen Anbietern zu verringern. Die Strategie ergänzt bestehende Programme wie Horizon Europe und Digital Europe und soll insbesondere KMU und Startups beim KI‑Einstieg und in der Skalierung helfen.
Für kleine Firmen in DACH ergibt sich dadurch die Chance, in Förderkonsortien einzusteigen, Pilotprojekte zu finanzieren und sich früh bei öffentlichen Ausschreibungen zu positionieren – insbesondere in gesundheits‑, energie‑ oder produzierenden Unternehmen.

3) EU kündigt sechs neue KI‑Fabriken an – Deutschland bleibt außen vor

Die Kommission will in Tschechien, Litauen, Polen, Rumänien, Spanien und den Niederlanden sechs neue „KI‑Gigafactories“ errichten, in denen Unternehmen direkt Zugang zu KI‑optimierter Hardware erhalten sollen.
Mit diesen Standorten sollen Startups, KMU und Forschungseinrichtungen in Europa ein dichteres Netz an Hochleistungsrechenzentren bekommen. Deutschland wurde in dieser Runde nicht berücksichtigt, obwohl es bereits bestehende nationale Projekte wie „HammerHai“ in Stuttgart gibt.
Das ist eine strategische Schwächung für den Standort Deutschland: Wer künftig direkten Hardware‑Zugang über KI‑Fabriken sucht, muss ggf. auf ausländische Standorte ausweichen – mit möglichen Nachteilen in Latenz, Datenhoheit und Kosten.

4) KI im öffentlichen Sektor: OpenAI & SAP kooperieren in Deutschland

OpenAI und SAP haben eine Partnerschaft angekündigt, mit der ab 2026 KI gezielt in deutschen Verwaltungen, Schulen und universitären Einrichtungen eingesetzt werden soll – mit Digitalisierung von Akten, automatisierter Posteingangsbearbeitung und Bürgerservice‑Optimierung.
Wichtig ist dabei der Hinweis, dass diese Lösung als „vollständig souveränes Angebot“ beworben wird: Der Betrieb erfolgt in deutschen Rechenzentren, unter Berücksichtigung strenger Datenschutz- und Sicherheitspflichten. SAP will seine GPU‑Kapazitäten deutlich ausbauen (auf etwa 4000 GPUs).
Für KMU, die mit öffentlichen Einrichtungen zusammenarbeiten oder sich um Vergaben bemühen, entsteht ein neues Feld: KI‑kompatible Angebote, digitale Verwaltungsprozesse oder Schnittstellen zu solchen Plattformen können künftig wettbewerbsrelevanter werden.

5) Bitkom: KI‑Nutzung in Deutschland boomt weiter

Laut einer aktuellen Studie von Bitkom nutzen inzwischen 67 % der Deutschen ab 16 Jahre zumindest gelegentlich generative KI (ChatGPT, Copilot, Gemini etc.). Zum Vergleich: Vor wenigen Monaten lag der Anteil bei rund 40 %.
Der rapide Anstieg zeigt, dass KI längst ins Alltagsbewusstsein vorgedrungen ist – von Hobbynutzung bis Inhalteproduktion und Assistenzsystemen. Gleichzeitig wächst aber auch die Skepsis bezüglich Datenschutz, Manipulation und Abhängigkeit von globalen Anbietern.
Für Unternehmerinnen heißt das: Es ist kein Experiment mehr, mit KI zu arbeiten – sondern zunehmend eine Erwartung der Kundinnen, der Mitarbeitenden und des Markts. Wer heute nicht mitzieht, riskiert technologische Rückständigkeit.

6) Europas Ziel: 75 % der Unternehmen sollen KI bis 2030 nutzen

Die EU strebt an, dass bis 2030 75 % aller Unternehmen in der EU KI‑Technologien einsetzen – ein kräftiger Antrieb für die geplanten Fördermaßnahmen und Infrastrukturprojekte.
Aktuell liegt der Anteil der Firmen, die KI nutzen, laut EU‑Statistiken noch deutlich darunter – vor allem kleinere Betriebe haben Nachholbedarf, oft aus Unsicherheit oder fehlendem Know‑how.
Für KMU in DACH heißt das: Der Druck steigt, frühzeitig Kompetenzen aufzubauen, Use Cases zu entwickeln und Pilotprojekte zu starten – sonst droht, bei Ausschreibungen oder Wettbewerbsfähigkeit abgehängt zu werden.